Zürcher Filmpreis

 

Mit der Vergabe des Zürcher Filmpreises würdigt die Filmstiftung besondere Leistungen im Bereich des unabhängigen audiovisuellen Schaffens. Der Preis wird in drei Kategorien verliehen: Kurzfilm, langer Dokumentarfilm und langer Spielfilm. In jeder Kategorie entscheidet eine Fachjury, welche der eingereichten Werke eine Auszeichnung erhalten. Es wird je der beste Film ausgezeichnet und zudem je zwei herausragende Leistungen. Die Feier zu Ehren der Preisträgerinnen und Preisträger ist für den Abend des 9. November 2020 geplant.

Anmeldeschluss: 31. Juli 2020

zur Fachjury 2020

Wer darf am Wettbewerb teilnehmen?

Produktionsfirmen können audiovisuelle Werke anmelden, wenn sie seit mind. zwei Jahren ihren steuerrechtlichen Hauptwohnsitz im Kanton Zürich haben und im Schweizerischen Handelsregister eingetragen sind. Bei Schweizer Produktionsfirmen ohne Sitz im Kanton Zürich muss die am Projekt beteiligte Autorenschaft oder Regie ihren steuerrechtlichen Wohnsitz seit mind. zwei Jahren im Kanton Zürich haben.

Das Werk sollte innerhalb des vergangenen Jahres veröffentlich worden sein – zurückgerechnet vom 31. Juli 2020. Werke, die eine verbindliche Einladung zur Premiere an einem Festival oder für ein Releasedatum vor dem 1. Oktober 2020 vorweisen können, sind unter der Voraussetzung zugelassen, dass sie bis am 31. August 2020 zum Visionieren zur Verfügung stehen.

Koproduktionen werden berücksichtigt, wenn eine das Werk prägende Zürcher Beteiligung künstlerischer, technischer oder finanzieller Natur nachgewiesen werden kann.

Welche Werke können eingereicht werden?

Es können Spielfilme, Dokumentarfilme, Animationsfilme und Experimentalfilme für die folgenden drei Kategorien eingereicht werden:

  1. Langer Spielfilm
  2. Langer Dokumentarfilm
  3. Kurzfilm

Wie viele Projekte können eingereicht werden?

Es können maximal drei Werke pro Produzent/in eingereicht werden.

Wie werden die Gewinnerfilme ermittelt?

Pro Kategorie entscheidet eine 3-köpfige Fachjury, welche der eingereichten Werke ausgezeichnet werden.

In jeder Kategorie zeichnet die Jury den besten Film und zwei herausragende Leistungen aus, bspw. Kamera, Drehbuch, Musik, Schauspiel etc.

Welcher Art ist die Auszeichnung?

Der Zürcher Filmpreis ist mit einem Preisgeld dotiert. Die besten Filme in den Kategorien «langer Spielfilm» und «langer Dokumentarfilm» erhalten je 20’000 CHF; die herausragenden Leistungen sind mit je 10’000 CHF dotiert. In der Kategorie «Kurzfilm» erhält der beste Film 10’000 CHF und die herausragenden Leistungen je 5’000 CHF.

Wann werden die Preisträgerinnen und Preisträger bekannt gegeben?

Aufgrund von Covid-19 können sich die Dinge dieses Jahr noch verändern. Geplant ist, dass die Preisträgerinnen und Preisträger im Oktober bekannt gegeben werden und am Abend des 9. November 2020 eine Feier zu ihren Ehren stattfindet.

Wie melde ich ein Werk für den Zürcher Filmpreis 2019 an?

Um ein Werk zum Zürcher Filmpreis anzumelden, nutzen Sie das Anmeldeformular und reichen dieses zusammen mit sämtlichen Beilagen bis zum 31. Juli ein (es gilt das Datum des Poststempels).

Unterlagen per Post an Zürcher Filmstiftung, Heinrichstrasse 147, 8005 Zürich:

  • Ausgefülltes und unterschriebenes Anmeldeformular
  • Aktueller Handelsregisterauszug der Produktionsfirma
  • Bei Produktionsfirmen ohne Sitz im Kanton Zürich: Zürcher Wohnsitzbestätigung des/der Autor/in oder des/der Regisseur/in
  • Das angemeldete Werk im HD-Format auf DVD oder auf einem USB-Stick
  • Werbematerial zum angemeldeten Werk (Trailer, Filmausschnitte, Plakat, Standbilder) auf einem USB-Stick

Auf unvollständige Anmeldungen wird nicht eingetreten. Es gibt keine Nachreichfrist für fehlende Unterlagen (ausgenommen das Visionierungsmaterial der Werke, die unter Ziff. 2 Abs. 6 Reglement zu „Zürcher Filmpreise“ fallen).

 

Es gilt das Reglement zu Zürcher Filmpreise und die allgemeinen Bestimmungen des Förderreglements. Sämtliche Unterlagen finden Sie im Downloadbereich unserer Webseite.

 

Die Preisträgerinnen und Preisträger des Zürcher Filmpreises 2019 wurden in einem kombinierten Verfahren aus Fachjury und Publikumsjury ermittelt und am 3. Oktober 2019 bekanntgegeben.

Eine Fachjury sichtete gemeinsam alle eingereichten Werke, legte ihre Beurteilungskriterien fest und entschied danach, welche Filme für den Zürcher Filmpres 2019 nominiert wurden. Anschliessend wurden die neun nominierten Werke in öffentlichen Vorführungen während des Zurich Film Festival gezeigt und vom dort anwesenden Publikum bewertet. Die Filme mit der besten Publikumsbewertung haben in ihrer jeweiligen Kategorie gewonnen.

 

Die Preisträgerinnen und Preisträger 2019

«Zürcher Filmpreis für den besten Kurzfilm 2019»: SUMMERLOCH >
von Moris Freiburghaus, produziert von Planisphere

«Zürcher Filmpreis für den besten langen Dokumentarfilm 2019»: IMMER UND EWIG >
von Fanny Bräuning; produziert von Hugofilm Productions

«Zürcher Filmpreis für den besten langen Spielfilm 2019»: LE VENT TOURNE >
von Bettina Oberli, produziert von Rita Productions

 

Die nominierten Filme 2019

Nominationen in der Kategorie «Bester Kurzfilm»

Höhenwahn >
von Jonas Ulrich
produziert von Dynamic Frame

Begründung Jury:
Einen Horrorfilm im Kurzformat zu machen, ist ein ambitioniertes Vorhaben. Dem Regisseur ist ein souveräner Umgang mit den filmischen Mitteln des Genres gelungen. Der Spannungsaufbau funktioniert. Die Blickstrukturen sind durchdacht. Wenn auch mit ein paar dramaturgischen Abstrichen erkennt man bei diesem Filmteam ein Talent für Inszenierung.


Summerloch >

von Moris Freiburghaus
produziert von Planisphere

Begründung Jury:
Da ist diese idyllische, ruhige Landschaft und eine rastlose Hauptfigur. Man hört analytische Gespräche, obwohl es in dieser Familie brodelt. Man erkennt: Unsere Gesellschaft hat alles und dennoch geht es ihr nicht gut. Kontraste machen diesen Dokumentarfilm sehenswert, weil er dadurch ganz viel anspricht, das unausgesprochen bleibt. Die Kamerafrau und der Regisseur, welcher auch den Schnitt verantwortet, beweisen ein feines Gespür dafür, wann man seiner Figur folgt und wann man ihr Raum lässt.


Zibilla >

von Isabelle Favez
produziert von Nadasdy Film

Begründung Jury:
Isabelle Favez erweckt in ihrem Film eine liebevoll gezeichnete Tierwelt zum Leben. Es ist spürbar, dass sie ihre kleinen Zuschauer während des Schaffensprozesses vor Augen hatte. Die Geschichte folgt einem klaren dramaturgischen Aufbau und überrascht dabei mit Ideenreichtum und Humor.


Nominationen in der Kategorie «Bester langer Dokumentarfilm»

African Mirror >
von Mischa Hedinger
produziert von ton und bild

Begründung Jury:
Ausschliesslich aus Archivmaterial des Reiseschriftstellers René Gardi bestehend, vermag dieser Dokumentarfilm den Bogen von der Vergangenheit ins Heute zu schlagen. Er greift aktuelle Themen wie Abschottung, Ausgrenzung und Fremde auf, ohne aktuelle Bilder zu zeigen. Einzig durch Gardis Filmmaterial führt er uns die Wandelbarkeit von Wertvorstellungen vor Augen und hinterfragt den Blick, den eine ganze Gesellschaft damals und heute auf Afrika hat. Mischa Hedinger nutzt unkommentiert Filmausschnitte, Fotografien, Tagebuchpassagen. Seine Erzählweise ist eigenständig und besticht durch einen spannenden Umgang mit Bild- und Tonebene. Der Film hat die Jury formal und inhaltlich überzeugt.


Immer und Ewig >

von Fanny Bräuning
produziert von Hugofilm Productions

Begründung Jury:
Mit einem Roadmovie der etwas anderen Art legt uns Fanny Bräuning einen sehr persönlichen Film vor. Sie erlaubt den Zuschauenden einen intimen, aber nie voyeuristischen Einblick in die Beziehung ihrer Eltern. Dabei wechselt ihre eigene Rolle zwischen der feinen Beobachterin und der Beobachteten, wenn sie als Tochter sichtbar wird und behutsam wie auch beharrlich nachfragt. Damit fügt sie der Liebesbeziehung ihrer Eltern eine weitere Dimension hinzu. Die Kamera unterstützt den sensiblen Blick mit einer natürlich komponierten Bildsprache.

 

Where We Belong >
von Jacqueline Zünd
produziert von real Film

Begründung Jury:
Jacqueline Zünds Film ist ein sinnliches Erlebnis. Bilder, Musik und Sound verweben sich zu einem Teppich, auf dem man in die Lebenswelt von fünf Kindern reist, deren Eltern sich getrennt haben. Die stilisierte Ästhetik des Werkes ist kein Hindernis für Emotionen, sondern schafft Raum für das Wesentliche, nämlich für die Haltung der Kinder. Konsequent behält die Regisseurin die Perspektive der Kinder bei und gibt damit jenen das Wort, die selten gehört werden.


Nominationen in der Kategorie
«Bester langer Spielfilm»

Das Höllentor von Zürich >
von Cyrill Oberholzer
produziert von Bild mit Ton

Begründung Jury: Bunt, trashig, schamlos, witzig und in hohem Tempo erzählt Cyrill Oberholzers Film eine Geschichte, die sich – trotz der Weiten und (Un-)Tiefen des Internets – nahezu ausschliesslich auf kleinstem Raum abspielt. Wer sich darauf einlässt, wird von einer Erzählweise mitgerissen, die zwischen Realität, Rausch und Imagination wechselt. Der assoziative Schnitt und das leichtfüssig-ironische Spiel mit verschiedenen Medien und (Film)-Zitaten treffen den Zeitgeist und fordern bewusst heraus. Lara Stolls exzessive Performance lotet dabei gezielt Grenzen aus.


Le vent tourne >

von Bettina Oberli
produziert von Rita Productions

Begründung Jury: Im Film von Bettina Oberli fügen sich Inszenierung, Kamera und Schnitt zum stimmigen Gesamtbild. Unterstützt von starken Schauspielerinnen und Schauspielern, die ihre Figuren glaubhaft zum Leben erwecken, erzählt die Regisseurin, die erstmals auf französisch drehte, kraftvoll, elliptisch und mit wenigen Dialogen die Befreiungsgeschichte einer jungen Frau. Das einfühlsame Kammerspiel beeindruckt durch seine gekonnte Inszenierung, seine poetische Erzählweise, die prägnanten, atmosphärischen Bilder und eine überzeugende Metaphorik.


Sohn meines Vaters >

von Jeshua Dreyfus
produziert von TILT Production

Begründung Jury:
Dem Film liegt ein dichtes Drehbuch über eine nicht ganz alltägliche Familie zugrunde, in der alle Figuren um einen charismatisch-manipulativen Narzissten kreisen. Fragen zu Macht, Ohnmacht, emotionalen Abhängigkeiten und therapeutischem Missbrauch werden gekonnt beleuchtetet. Die Inszenierung lässt den Schauspielerinnen und Schauspielern Raum, sich zu entfalten und zu überzeugen. Jeshua Dreyfus gelingt mit seinem zweiten Langfilm eine wendungsreiche, gut beobachtete Tragikomödie.

 

Die Fachjury von 2019

Die Fachjury des Zürcher Filmpreises 2019 bestand aus je drei Personen pro Preiskategorie, also insgesamt neun Personen. Jury in der Kategorie «Bester Kurzfilm»: Claudius Gentinetta (CH), Gabriella de Gara (CH), Dr. Matthias Wittmann (AUT). Jury in der Kategorie «Bester langer Dokumentarfilm»: Anja Kofmel (CH), David Fonjallaz (CH), Martin Blaney (UK). Jury in der Kategorie «Bester langer Spielfilm»: Jan-Eric Mack (CH), Nicole Gerhards (DE), Sandra Meier (CH).

 

Die eingereichten Filme 2019

Kategorie «Bester Kurzfilm»
Höhenwahn (Jonas Ulrich/Dynamic Frame)
Love a Little (Beatrice Minger/0712 Filmproduktion)
Regimes (Maja Tschumi/Filmgerberei)
Summerloch (Moris Freiburghaus/Planisphere)
Sunday (Neil Stubbings/Stubbings)
Zibilla (Isabelle Favez/Nadasdy Film)

Kategorie «Bester langer Dokumentarfilm»
#Female Pleasure (Barbara Miller/Mons Veneris Films)
African Mirror (Mischa Hedinger/ton und bild)
Another Reality (Noël Dernesch, Olli Waldhauer/Cognito Films)
Architektur der Unendlichkeit (Christoph Schaub/maximage)
Das Vermächtnis eines Patrons (Stéphane Kleeb/Vitascope)
Der nackte König – 18 Fragmente über Revolution (Andreas Hoessli/Vinca Film)
Fair Traders (Nino Jacusso/RECK Filmproduktion)
Immer und ewig (Fanny Bräuning/Hugofilm Productions)
Isola (Aurelio Buchwalder/maximage)
Katoey – The Women We Are (Stefan Jung/real Film)
Ly-Ling und Herr Urgesi (Giancarlo Moos/Giancarlo Moos Photography & Film)
Passion – Zwischen Revolte und Resignation (Christian Labhart/Kosmos Film)
Subito – Das Sofortbild (Peter Volkart/RECK Filmproduktion)
Where We Belong (Jacqueline Zünd/real Film)

Kategorie «Bester langer Spielfilm»
Amur senza fin (Christoph Schaub/Zodiac Pictures)
Das Höllentor von Zürich (Cyrill Oberholzer/Bild mit Ton)
Le vent tourne (Bettina Oberli/Rita Productions)
Sohn meines Vaters (von Jeshua Dreyfus/TILT Production)
Wir Eltern (Eric Bergkraut, Ruth Schweikert/p.s.72 productions)
Zwingli (Stefan Haupt/C-Films)

 

 

Die Zürcher Filmstiftung vergibt seit 2019 den Zürcher Filmpreis. Sie hat diese Aufgabe von der Stadt Zürich übernommen, die zuvor jährlich den «Filmpreis der Stadt Zürich» verliehen hat.

 

Juryverfahren
2019 wurden die Preisträgerinnen und Preisträger in einem kombinierten Verfahren aus Fachjury und Publikumsjury ermittelt.
Ab 2020 trifft die jährlich wechselnde Fachjury die Entscheidung über die Preisvergabe alleine. Sie besteht aus drei Dreiergremien: Eine dreiköpfige Jury für den Kurzfilm, eine für den langen Dokumentarfilm und eine für den langen Spielfilm. In jeder der drei Kategorien gibt es eine Auszeichnung für den besten Film. Zusätzlich zeichnet jede Jury zwei besondere Leistungen aus, beispielsweise für Kamera, Musik, Drehbuch und weitere am Film beteiligte Personen. Damit trägt der Zürcher Filmpreis dem Umstand Rechnung, dass jeder Film das Werk der Zusammenarbeit vieler Beteiligter ist.

Auszeichnungen
Die Summe der Preisgelder beträgt 100’000 CHF. Der beste Film in den Kategorien Dokumentarfilm und Spielfilm ist mit jeweils 20’000 CHF dotiert, die ausgezeichneten Positionen mit 10’000 CHF. Der beste Film in der Kategorie Kurzfilm erhält 10’000 CHF, die ausgezeichneten Positionen jeweils 5’000 CHF.

Preisverleihung
Die Verleihung des Zürcher Filmpreises findet jeweils Anfang November statt.

 

Die Ausschreibung des Zürcher Filmpreises wird Anfang Sommer publiziert. Auch die Besetzung der Fachjury 2020, wird dann bekannt gegeben.

 

Lesen Sie hier die Medienmitteilung zur angepassten Vergabepraxis für den Preis ab 2020.