Zürcher Filmpreis

Über den Zürcher Filmpreis

Die Zürcher Filmstiftung vergibt seit 2019 den Zürcher Filmpreis. Sie hat diese Aufgabe von der Stadt Zürich übernommen, die zuvor jährlich den «Filmpreis der Stadt Zürich» verliehen hat.

 

Juryverfahren
2019 wurden die Preisträgerinnen und Preisträger in einem kombinierten Verfahren aus Fachjury und Publikumsjury ermittelt.
Ab 2020 trifft die jährlich wechselnde Fachjury die Entscheidung über die Preisvergabe alleine. Sie besteht aus drei Dreiergremien: Eine dreiköpfige Jury für den Kurzfilm, eine für den langen Dokumentarfilm und eine für den langen Spielfilm. In jeder der drei Kategorien gibt es eine Auszeichnung für den besten Film. Zusätzlich zeichnet jede Jury zwei besondere Leistungen aus, beispielsweise für Kamera, Musik, Drehbuch und weitere am Film beteiligte Personen. Damit trägt der Zürcher Filmpreis dem Umstand Rechnung, dass jeder Film das Werk der Zusammenarbeit vieler Beteiligter ist.

Auszeichnungen
Die Summe der Preisgelder beträgt 100’000 CHF. Der beste Film in den Kategorien Dokumentarfilm und Spielfilm ist mit jeweils 20’000 CHF dotiert, die ausgezeichneten Positionen mit 10’000 CHF. Der beste Film in der Kategorie Kurzfilm erhält 10’000 CHF, die ausgezeichneten Positionen jeweils 5’000 CHF.

Preisverleihung
Die Verleihung des Zürcher Filmpreises findet jeweils Anfang November statt.

Die Lupe
Zu einem Preis gehört ein Pokal. Und so hat die Zürcher Filmstiftung 2020 ein Designerinnen-Duo aus Zürich mit dem Entwurf und der Umsetzung eines solchen beauftragt.

Über das Design
Das Design des Zürcher Filmpreises ist von einer Fotographie des Regisseurs Alfred Hitchcock inspiriert. Auf diesem kultgewordenen Portrait ist er am Tisch sitzend mit einer Lupe vor dem Gesicht abgebildet. Hitchcocks durchdringender Blick ist durch die Linse unverkenntlich.

Diesen Effekt des In-Szene-Setzens von Details hat den Designerinnen an der Lupe als Objekt gefallen. Doch eine Lupe setzt nicht nur in Szene, sondern sie ist auch das Mittel, um genau hinzusehen und die Qualität von Details zu prüfen. Sie steht damit auch sinnbildlich für die Arbeit der Jury des Zürcher Filmpreises, die darauf bedacht ist, qualitativ herausragende Werke und Leistungen zu prämieren. Oft sind es ja die Details, die den entscheidenden Unterschied ausmachen.

Die Lupe ist im Bereich des Filmes zwar nicht das Arbeitswerkzeug der ersten Wahl. Aber sie tut im übertragenen Sinne, was bei dieser Kunst zentral ist: Sie verführt zum genauen Sehen und Gesehenwerden.

Diese Überlegungen sind in das Design des Pokals geflossen. Und so besteht dieser aus einer Lupe mit Holzgriff und einem Sockel, auf welchem eine Plakette die Preisträgerinnen oder Preisträger ausweist. Bei den Preisen für den besten Film wurde Ahornholz mit Messing kombiniert, die Pokale für die Auszeichnungen sind in Eiche gefertigt und mit Kupferplaketten versehen.

Über die Designerinnen

Christine Birkhoven ist gebürtige Chilenin und hat ihr Studium als Dipl. Industrial Designerin an der anerkannten Universität Duisburg-Essen in Deutschland absolviert. Ihr Interesse gilt vor allem der Konzeption von Projekten, die sich mit zukunftsorientierten Themen wie Nachhaltigkeit, der post-industriellen Gesellschaft und deren sozialem Wandel befassen. Sie ist in den Bereichen Produktentwicklung, Innenarchitektur und Szenografie tätig.
Seit 2008 Gründungsmitglied und freie Mitarbeiterin von Postfossil, u.a. mit Gastdozenturen und Workshops an verschiedenen Schulen in der Schweiz mit den Schwerpunkten kritisches Denken und Nachhaltigkeit.

 

Annina Gähwiler ist Zürcherin und ausgebildete Industriedesignerin. Sie hat einen MA in Design Products am renommierten Royal College of Arts in London absolviert und arbeitet seit 2007 im Kontext von Product und Interior Design. Sie gründete 2013 gemeinsam mit einer Partnerin die Pour les Alpes GmbH, welche sich auf Designprodukte und Möbelkollektionen spezialisiert hat, die in Zusammenarbeit mit Schweizer Kunsthandwerkerinnen und -werkern entsteht. Sie ist als wissenschaftliche Mitarbeiterin in Forschungsprojekten und in der Lehre an der Zürcher Hochschule der Künste tätig und arbeitet projektbasiert an Themen rund um Gesundheit und Nachhaltigkeit, immer mit dem Fokus auf den individuellen Menschen und seine Bedürfnisse.

Christine und Annina lernten sich vor 15 Jahren kennen, als Christine in die Schweiz zog und sie zusammen eine Wohnung oberhalb eines Zürcher Kinos teilten.

Über die Herstellung
Die Pokale werden von der Schreinerei Schloss Herdern hergestellt. Das Schloss Herdern ist eine soziale Wohn-, Arbeits- und Ausbildungsstätte im Kanton Thurgau, welche verschiedene Betriebe umfasst. Die Schreinerei stellt qualitativ hochwertige Produkte her und ist bereits langjähriger Produktionspartner der Designerinnen. Wenn immer möglich wird heimisches Holz aus dem schlosseigenen Wald verarbeitet.