Fast Track 2026

Der Fast Track der Zürcher Filmstiftung ist ein Wettbewerb für kreative Konzepte, die den Nachwuchs einbeziehen. Er bietet eine niederschwellige Unterstützung zur Herstellung kurzer und langer Filme mit besonderem künstlerischen Anspruch. Gefördert werden Filmprojekte von Nachwuchsregie und -produktion entweder einzeln oder im Tandem.

Die Filmstiftung übernimmt max. 80 % der Finanzierung (bis CHF 320’000) bei einem Gesamtbudget von höchstens CHF 600’000. Die Restfinanzierung muss innerhalb von 12 Monaten gesichert sein.

 

Gewinnerteams 2026 und die jeweiligen Jurybegründungen 
Jury: Tamara Milosevic und Stephan Bernardes

«Forever Roommates» von Alan Sahin / Panimage GmbH
Das Thema „Wohnen“ beschäftigt gerade so gut wie jeden. Der Dokumentarfilm «Forever Roommates» findet dabei einen bislang wenig erzählten Zugang – die Gründung einer idealistischen Gross-WG im dritten Lebensabschnitt. Wo viele auf konventionelle dokumentarische Mittel setzen würden, wagt das Team konsequent ein Multi-Kamera-Setup mit präzisen Kadrierungen, ohne dabei die Nähe zu den Protagonist:innen zu verlieren. Mit dem eingereichten Teaser legt das Team einen überzeugenden Beleg für die Qualität dieser ästhetischen These vor. Die Jury erwartet einen Film, der weit über die ältere Generation hinaus wirkt: Auch junge Menschen dürften sich in ihrer eigenen WG-Realität, im Blick auf ihre Eltern oder in Fragen an die eigene Zukunft wiederfinden.

«Intermission» von Noëmi Steffen und Yannick Mosimann / Cloud Fog Haze Pictures GmbH
«Intermission» erzählt von einer jungen Theaterregisseurin, die in einer fremden Stadt als Regieassistentin arbeitet. Sie hofft auf künstlerische Freiheit, erlebt aber Grenzüberschreitungen und ein zunehmendes Machtgefälle, das sie in einer Welt kurz vor #metoo noch nicht verarbeiten kann.
Der Experimentalfilm verbindet Kino und Theater auf eigenständige Weise mit feinem angelsächsischen Humor: Auf 16mm-Schwarzweissmaterial gedreht, selbst entwickelt, vollständig in einem Theater inszeniert und nachträglich vertont, schafft der Film einen künstlerischen Raum, in dem Erinnerungen neu betrachtet werden können. Ein mutiges und konsequentes Vorhaben, das formale Risiken eingeht, um schwer fassbare Erfahrungen sichtbar zu machen. Die Jury freut sich auf einen Film, der auch nach dem letzten Vorhang weiterwirkt.

«Der Rutsch» von Bigna Tomschin / lo-fi Films GmbH
Durch sein charmantes und feinfühliges Ensemble aus Laiendarsteller:innen erzählt «Der Rutsch» von einer Dorfgemeinschaft im Albulatal, die nicht nur durch einen drohenden Bergsturz, sondern auch durch persönliche und gesellschaftliche Veränderungen unter Druck gerät. Der Erzählfokus auf das Warten ermöglicht die emotionale Spannung: Wie lebt man weiter, wenn das Vertraute, das Zuhause, jederzeit verschwinden könnte? Die Jury sieht in diesem Hybridfilm das Potenzial für ein herausragendes Schweizer Werk, das die Landschaft nicht nur als Kulisse begreift, sondern als bedrohten Lebensraum. Eine melancholische und gleichzeitig lebensbejahende Hommage auf das, was verschwindet – und auf die Menschen, die trotzdem bleiben.