Zürcher Filmpreis

 

Kategorie «Bester Kurzfilm»

Summerloch >
von Moris Freiburghaus
produziert von Planisphere

 

Kategorie «Bester langer Dokumentarfilm»

Immer und Ewig >
von Fanny Bräuning
produziert von Hugofilm Productions

 

Kategorie «Bester langer Spielfilm»

Le vent tourne >
von Bettina Oberli
produziert von Rita Productions

 

 

Die Fachjurys haben ihre Wahl getroffen und schicken folgende Filme für den Zürcher Filmpreis 2019 ins Publikumsvoting:


Nominationen in der Kategorie
«Bester Kurzfilm»

Höhenwahn >
von Jonas Ulrich
produziert von Dynamic Frame

Begründung Jury:
Einen Horrorfilm im Kurzformat zu machen, ist ein ambitioniertes Vorhaben. Dem Regisseur ist ein souveräner Umgang mit den filmischen Mitteln des Genres gelungen. Der Spannungsaufbau funktioniert. Die Blickstrukturen sind durchdacht. Wenn auch mit ein paar dramaturgischen Abstrichen erkennt man bei diesem Filmteam ein Talent für Inszenierung.


Summerloch >

von Moris Freiburghaus
produziert von Planisphere

Begründung Jury:
Da ist diese idyllische, ruhige Landschaft und eine rastlose Hauptfigur. Man hört analytische Gespräche, obwohl es in dieser Familie brodelt. Man erkennt: Unsere Gesellschaft hat alles und dennoch geht es ihr nicht gut. Kontraste machen diesen Dokumentarfilm sehenswert, weil er dadurch ganz viel anspricht, das unausgesprochen bleibt. Die Kamerafrau und der Regisseur, welcher auch den Schnitt verantwortet, beweisen ein feines Gespür dafür, wann man seiner Figur folgt und wann man ihr Raum lässt.


Zibilla >

von Isabelle Favez
produziert von Nadasdy Film

Begründung Jury:
Isabelle Favez erweckt in ihrem Film eine liebevoll gezeichnete Tierwelt zum Leben. Es ist spürbar, dass sie ihre kleinen Zuschauer während des Schaffensprozesses vor Augen hatte. Die Geschichte folgt einem klaren dramaturgischen Aufbau und überrascht dabei mit Ideenreichtum und Humor.


Nominationen in der Kategorie «Bester langer Dokumentarfilm»

African Mirror >
von Mischa Hedinger
produziert von ton und bild

Begründung Jury:
Ausschliesslich aus Archivmaterial des Reiseschriftstellers René Gardi bestehend, vermag dieser Dokumentarfilm den Bogen von der Vergangenheit ins Heute zu schlagen. Er greift aktuelle Themen wie Abschottung, Ausgrenzung und Fremde auf, ohne aktuelle Bilder zu zeigen. Einzig durch Gardis Filmmaterial führt er uns die Wandelbarkeit von Wertvorstellungen vor Augen und hinterfragt den Blick, den eine ganze Gesellschaft damals und heute auf Afrika hat. Mischa Hedinger nutzt unkommentiert Filmausschnitte, Fotografien, Tagebuchpassagen. Seine Erzählweise ist eigenständig und besticht durch einen spannenden Umgang mit Bild- und Tonebene. Der Film hat die Jury formal und inhaltlich überzeugt.


Immer und Ewig >

von Fanny Bräuning
produziert von Hugofilm Productions

Begründung Jury:
Mit einem Roadmovie der etwas anderen Art legt uns Fanny Bräuning einen sehr persönlichen Film vor. Sie erlaubt den Zuschauenden einen intimen, aber nie voyeuristischen Einblick in die Beziehung ihrer Eltern. Dabei wechselt ihre eigene Rolle zwischen der feinen Beobachterin und der Beobachteten, wenn sie als Tochter sichtbar wird und behutsam wie auch beharrlich nachfragt. Damit fügt sie der Liebesbeziehung ihrer Eltern eine weitere Dimension hinzu. Die Kamera unterstützt den sensiblen Blick mit einer natürlich komponierten Bildsprache.

 

Where We Belong >
von Jacqueline Zünd
produziert von real Film

Begründung Jury:
Jacqueline Zünds Film ist ein sinnliches Erlebnis. Bilder, Musik und Sound verweben sich zu einem Teppich, auf dem man in die Lebenswelt von fünf Kindern reist, deren Eltern sich getrennt haben. Die stilisierte Ästhetik des Werkes ist kein Hindernis für Emotionen, sondern schafft Raum für das Wesentliche, nämlich für die Haltung der Kinder. Konsequent behält die Regisseurin die Perspektive der Kinder bei und gibt damit jenen das Wort, die selten gehört werden.


Nominationen in der Kategorie
«Bester langer Spielfilm»

Das Höllentor von Zürich >
von Cyrill Oberholzer
produziert von Bild mit Ton

Begründung Jury: Bunt, trashig, schamlos, witzig und in hohem Tempo erzählt Cyrill Oberholzers Film eine Geschichte, die sich – trotz der Weiten und (Un-)Tiefen des Internets – nahezu ausschliesslich auf kleinstem Raum abspielt. Wer sich darauf einlässt, wird von einer Erzählweise mitgerissen, die zwischen Realität, Rausch und Imagination wechselt. Der assoziative Schnitt und das leichtfüssig-ironische Spiel mit verschiedenen Medien und (Film)-Zitaten treffen den Zeitgeist und fordern bewusst heraus. Lara Stolls exzessive Performance lotet dabei gezielt Grenzen aus.


Le vent tourne >

von Bettina Oberli
produziert von Rita Productions

Begründung Jury: Im Film von Bettina Oberli fügen sich Inszenierung, Kamera und Schnitt zum stimmigen Gesamtbild. Unterstützt von starken Schauspielerinnen und Schauspielern, die ihre Figuren glaubhaft zum Leben erwecken, erzählt die Regisseurin, die erstmals auf französisch drehte, kraftvoll, elliptisch und mit wenigen Dialogen die Befreiungsgeschichte einer jungen Frau. Das einfühlsame Kammerspiel beeindruckt durch seine gekonnte Inszenierung, seine poetische Erzählweise, die prägnanten, atmosphärischen Bilder und eine überzeugende Metaphorik.


Sohn meines Vaters >

von Jeshua Dreyfus
produziert von TILT Production

Begründung Jury:
Dem Film liegt ein dichtes Drehbuch über eine nicht ganz alltägliche Familie zugrunde, in der alle Figuren um einen charismatisch-manipulativen Narzissten kreisen. Fragen zu Macht, Ohnmacht, emotionalen Abhängigkeiten und therapeutischem Missbrauch werden gekonnt beleuchtetet. Die Inszenierung lässt den Schauspielerinnen und Schauspielern Raum, sich zu entfalten und zu überzeugen. Jeshua Dreyfus gelingt mit seinem zweiten Langfilm eine wendungsreiche, gut beobachtete Tragikomödie.

 

 

Dieses Jahr vergibt die Zürcher Filmstiftung zum ersten Mal den Zürcher Filmpreis. Dieser geht an den besten Kurzfilm, den besten langen Dokumentarfilm und den besten langen Spielfilm. In jeder Kategorie entscheidet eine Fachjury, welche der eingereichten Werke eine Nominierung erhalten. Anschliessend wählt das Publikum daraus die Preisträgerinnen und Preisträger. Das Publikumsvoting und die Verleihung des Preises finden während des Zurich Film Festival statt.

Die Preisverleihung findet während des Zurich Film Festival am Abend des 3. Oktober 2019 statt.

Juryverfahren
Pro Kategorie entscheidet eine 3-köpfige Fachjury, welche der eingereichten Werke nominiert werden. In den Kategorien «Bester langer Dokumentarfilm» und «Bester langer Spielfilm» nominiert die Jury jeweils drei, in der Kategorie «Bester Kurzfilm» bis zu fünf Werke. Die nominierten Filme werden anschliessend im Rahmen des Zurich Film Festival in öffentlichen Vorführungen gezeigt und vom Publikum bewertet. Pro Kategorie erhält ein Werk den Zürcher Filmpreis.

Auszeichnungen
Der Zürcher Filmpreis ist mit einem Nominations- und einem Preisgeld dotiert. Die nominierten Werke in den Kategorien «Bester langer Spielfilm» und «Bester langer Dokumentarfilm» erhalten je 5000 CHF; die Gewinnerfilme erhalten zusätzlich 25’000 CHF. In der Kategorie «Bester Kurzfilm» ist die Nomination mit 2000 CHF dotiert und der Preis mit 10’000 CHF.

 

Die Fachjurys 2019

Jury in der Kategorie «Bester Kurzfilm»
Claudius Gentinetta (CH), Gabriella de Gara (CH), Dr. Matthias Wittmann (AUT)

 

Jury in der Kategorie «Bester langer Dokumentarfilm»
Anja Kofmel (CH), David Fonjallaz (CH), Martin Blaney (UK)

 

Jury in der Kategorie «Bester langer Spielfilm»
Jan-Eric Mack (CH), Nicole Gerhards (DE), Sandra Meier (CH)

 

 

Reglement zu „Zürcher Filmpreise“ und die allgemeinen Bestimmungen des Förderreglements.

 

«Bester Kurzfilm»
Höhenwahn (Jonas Ulrich/Dynamic Frame)
Love a Little (Beatrice Minger/0712 Filmproduktion)
Regimes (Maja Tschumi/Filmgerberei)
Summerloch (Moris Freiburghaus/Planisphere)
Sunday (Neil Stubbings/Stubbings)
Zibilla (Isabelle Favez/Nadasdy Film)

«Bester langer Dokumentarfilm»
#Female Pleasure (Barbara Miller/Mons Veneris Films)
African Mirror (Mischa Hedinger/ton und bild)
Another Reality (Noël Dernesch, Olli Waldhauer/Cognito Films)
Architektur der Unendlichkeit (Christoph Schaub/maximage)
Das Vermächtnis eines Patrons (Stéphane Kleeb/Vitascope)
Der nackte König – 18 Fragmente über Revolution (Andreas Hoessli/Vinca Film)
Fair Traders (Nino Jacusso/RECK Filmproduktion)
Immer und ewig (Fanny Bräuning/Hugofilm Productions)
Isola (Aurelio Buchwalder/maximage)
Katoey – The Women We Are (Stefan Jung/real Film)
Ly-Ling und Herr Urgesi (Giancarlo Moos/Giancarlo Moos Photography & Film)
Passion – Zwischen Revolte und Resignation (Christian Labhart/Kosmos Film)
Subito – Das Sofortbild (Peter Volkart/RECK Filmproduktion)
Where We Belong (Jacqueline Zünd/real Film)

«Bester langer Spielfilm»
Amur senza fin (Christoph Schaub/Zodiac Pictures)
Das Höllentor von Zürich (Cyrill Oberholzer/Bild mit Ton)
Le vent tourne (Bettina Oberli/Rita Productions)
Sohn meines Vaters (von Jeshua Dreyfus/TILT Production)
Wir Eltern (Eric Bergkraut, Ruth Schweikert/p.s.72 productions)
Zwingli (Stefan Haupt/C-Films)